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Abschnitt II

 

DIE WACHSTUMSORIENTIERTE PERSPEKTIVE / IFS-MODELL

Heilung durch Begegnung

Kommunikationsformen wie Anklagen, Beschwichtigen, Rationalisieren und Ablenken sind von der Inkongruenz zwischen den vorhandenen Gefühlen, z.B. der Hilflosigkeit, Unsicherheit oder Wut und dem kommunizierten Inhalt gekennzeichnet. Wollen wir, dass die Klienten einen "existentiellen Wandel" vollziehen, um wirklicher, direkter und lebendiger zu werden, dann müssen wir in unserem therapeutischen Handeln wirklich, direkt und lebendig sein. Eine direkte Kommunikation wird durch die Freiheit gekennzeichnet, zu sehen und zu hören, was jetzt ist, zu empfinden, was man jetzt empfindet und zu sagen was jetzt ist, statt davon zu reden, was sein sollte, sein könnte, gewesen ist oder sein wird.

Ergänzt wird das Seminar mit Teilen aus dem IFS-Modell (Internal Family System nach Dr. Richard C. Schwartz), einem weiteren und sehr aktuellen integrativen Ansatz.
Bei der systemischen Beratung/Therapie mit der "Inneren Familie" geht es darum, wie der Klient im eigenen Tempo in seine inneren Welten geführt werden kann, um ihn zu befähigen, dort ein Gleichgewicht herzustellen zwischen seinen ambivalenten „inneren Anteilen“.

Methoden:
Kongruente versus inkongruente Kommunikation, Reframing, Triangulation und Parentifizierung, Familienskulptur und psychodramatische Elemente, Teilearbeit und weitere IFS-Methoden, Modell der gewaltfreien Kommunikation (GfK)


DIE PHÄNOMENOLOGISCHE PERSPEKTIVE

Die Anerkennung der Ausgestossenen

Mischt sich ein "Nachgeordneter" in den Bereich des "Vorgeordneten", versucht zum Beispiel der Sohn die Schuld des Vaters zu sühnen oder der bessere Ehemann der Mutter zu sein, dann maßt er sich etwas an, was ihm nicht zusteht. Auf eine solche Anmaßung reagiert die Person oft unbewusst mit dem Bedürfnis nach Scheitern. In einer gesunden Familie existiert eine klare Trennung der Generationen. Auch wenn Mutter und Vater fähig sein sollten von Zeit zu Zeit Kinder zu werden, und die Kinder im Stande sein sollten Eltern zu spielen, müssen klare Unterschiede zwischen den Generationen und differenzierende Strukturen für jeden Einzelnen bestehen. 

Methoden:
Identifikation mit Ausgeschlossenen, unterbrochene Hinbewegung, Ursprungsordnung, Familiengeheimnisse, Anerkennung und Würdigung, Familienstellen.

Wir teilen die Kritik an der Person "Bert Hellinger" und möchten auf denoffen Brief von Arist von Schlippe sowie die Potsdamer Erklärung der SG aufmerksam machen.


NARRATIVE PERSPEKTIVE UND KONZEPTIONEN

Nichts ist wahr ohne sein Gegenteil

Die Perspektive, Wirklichkeit in sozialen Systemen über Geschichten wahrzunehmen, führt zu der neuen und interessanten Frage, welche Geschichten eigentlich das Leben oder auch eine Familie regieren. Von welcher Art sind die Geschichten, die jemand sich und seiner Umgebung über sich selbst erzählt . Auf welche Ereignisse greift er dabei zurück, welche bleiben unberücksichtigt. Indem über das Problem geredet wird, erzeugen Therapeuten und Klienten das Problem, an dem sie in der Therapie arbeiten wollen. Anders formuliert: Systeme machen keine Probleme, sondern das Sprechen über Probleme macht Systeme. Die Rolle des Therapeuten ist dabei, mit grenzenloser Neugier und aus einer Position des Nichtwissens die Bedeutungen des Klienten kennen zu lernen, so dass mit der Zeit neue Ideen entstehen, sich berühren und zueinander in Beziehung treten können.

Methoden:
Rekontextualisierung, Externalisierung von Problemverhalten, Urkunden, Märchen, die Arbeit mit Metaphern, von der Problemgeschichte zur Alternativgeschichte.


 

GRUPPENDYNAMIK

Zirkularität systemischen Intervenierens

Einzelne Personen und Familien handeln immer in einem systemischen Gesamtzusammenhang. Im Zusammenleben konzentrieren wir uns in der Regel auf die Sachebene. In der systemischen Arbeit rückt dagegen die Dynamik von Beziehungen, Gefühlen und Bedürfnissen in den Fokus der Beratung: Der Berater versteht Schwierigkeiten Einzelner immer als Ausdruck einer Wechselbeziehung und nie als Problem einer Person. Dadurch wird die oft einseitige „Schuldfrage“ ersetzt durch einen differenzierten Dialog über Verantwortung.

Die Teilnehmer lernen in diesem Seminar die Gruppendynamik zu nutzen. Der Einzelne kann sich im "Hier und Jetzt" ausprobieren, Feedback holen und lernen sein Potential einzubringen. Es wird herausgearbeitet, wie der Berater mit dem zu beratendem System korrespondiert. Die Eigendynamik des inneren Systems einer Person kann genutzt werden, um die Veränderungsbereitschaft im äußeren System zu erhöhen. Durch die Kenntnis eigener innerer Prozesse ist der Berater in der Lage, systemisch zu intervenieren und dem zu beratenden System einen Erfahrungsraum zu ermöglichen, in dem Neuorientierung stattfinden kann.

Inhalte: Gruppendynamischer Raum, Person und Rollen in Gruppen, Visualisierungen, Reinszenierungen, Rollenmodelle, die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, Zielkonflikte

Methoden:

Systemische Skulpturarbeit, systemische Strukturaufstellungen, systemische Hypothesen, Glaubenssätze, Werte- und Entwicklungsquadrat, strategisches Intervenieren, Gruppendynamik, Inneres Team, Ambivalenzarbeit, Konstruktive Kommunikation nach M.B. Rosenberg


Familienrekonstruktion

"Kinder teilen alles was die Eltern sind. Sie kennen sich in ihrem Unbewussten aus. Und in dieser unendlichen Abhängigkeit, die später Liebe heißt, übernehmen sie was die Eltern nicht schaffen, bzw. nicht erledigen.
Daraus entsteht eine Verwachsung, die die Eltern gar nicht wollen und die das Kind selber wieder auflösen muss, um Zugang zu sich selbst zu finden"

Prof. Peter Müller-Egloff

In der Familienrekonstruktion nach Satir wird gemeinsam an der Familiengeschichte im Rahmen einer systemischen Erinnerungs- und Biografiearbeit gearbeitet. Familienstrukturen der Herkunftsfamilie und die "Geschichten" über drei Generationen werden so u.a. über die Genogrammarbeit bewusst gemacht.


SUPERVISION

Begleitend zur theoretischen Weiterbildung im Abschnitt II finden drei Supervisionsseminare zu je zwei Tagen statt (09:00 – 18:00 Uhr). Die Supervisionsseminare werden in der geschlossenen Weiterbildungsgruppe durchgeführt (100 UE), mit mindestens einer zweiten vom Teilnehmer vorgestellten Arbeitssitzung (Live und Fall).

Die Supervision dient der gemeinsamen Reflektion der beraterischen Praxis der Teilnehmer. Ziel der Supervision ist es, Strategien der systemischen Beratung in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien deutlich zu machen.


SELBSTERFAHRUNG

Im Laufe der Weiterbildung zum "Systemischen Berater" finden 10 Tage Selbsterfahrung (z.B. im Rahmen der Famlienrekonstruktion) statt, u.a. im Tagungshaus (zzgl. Vollpension ab 75,- € / Tag).

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und Herkunftsfamilie steht dabei im Vordergrund. Die TeilnehmerInnen werden insbesondere mittels Genogramm- und Skulpturarbeit dazu angeregt, sich mit den Konflikten, Rollen, Vermächtnissen und Ressourcen aus ihren jeweiligen Herkunftssystemen auseinander zu setzen.

 Seminarhäuser


WEITERBILDUNGSZEITRAUM UND KOSTEN

Abschnitt II

Weiterbildung zum/r "Systemischen Berater/in"

Die Weiterbildung (Abschnitt II) umfasst einen Zeitraum von 12 Monaten. 
Die Teilnahmekosten verstehen sich inkl. Supervision und Selbsterfahrung und werden in Monatsraten eingezogen.


ZERTIFIZIERUNG

Abschnitt I und II

Nach erfolgreichem Abschluss von Weiterbildungsabschnitt I und II erfolgt eine Zertifizierung zum Systemischen Berater in Anerkennung durch den deutschen Fachverband für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF).


Kombinationen

In Kombination mit der Weiterbildung  Systemische Therapie (DGSF) Abschnitt III) ist eine Zertifizierung zum Systemischen Therapeuten / Familientherapeuten (DGSF) möglich.

In Kombination mit der Weiterbildung Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie (DGSF) ist eine Zertifizierung zum Systemischen Kinder- und Jugendlichentherapeuten (DGSF) möglich.

Übersicht

Dauer // Ablauf

Die Weiterbildung "Systemische Beratung" erstreckt sich über ca. 24 Monate, aufgeteilt in zwei Abschnitte. 
Begleitend zu den Seminaren werden feste Triaden gebildet, die sich über den gesamten Weiterbildungszeitraum treffen.


Umfang

570 Lehreinheiten insgesamt

  • 220 UE Theorie und Methoden
  • 100 UE Supervision
  • 100 UE Selbsterfahrung
  • 80 UE Intervision
  • 70 UE Praxis

 

Struktur:

  • 7 Theorie-/Methoden Seminare
  • 5 Supervisionsseminare
  • 2 Seminare zur Selbsterfahrung

Weiterbildungskosten

€ 4.700,- (2.350,- je Abschnitt/Jahr, steuerfreie Leistung nach § 4 Nr. 21a bb UStG.). Diese Gebühr inkl. Supervision und Selbsterfahrung, ein monatliches Lastschriftverfahren ist möglich. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung (im Seminarhaus im zweiten Jahr) sind darin nicht enthalten.

Die Weiterbildung kann bei einer entsprechenden Begründung u.a. durch das Arbeitsamt (s. Weiterbildungsförderung) gefördert werden.


Orte

Die inhaltlichen Seminare und die zweitägigen Supervisions- Seminare finden in den Seminarräumen des jeweiligen Instituts statt.

Ab dem zweiten Abschnitt finden 2 Seminare im Seminarhaus bei München statt (zzgl. Kosten ab ca. 80,- pro Tag).


Besonderheiten

  • Das erste Seminar dient als Orientierungsseminar, ein Rücktritt ist bis 7 Tage nach dem ersten Seminar möglich.  
    Die Teilnahmekosten betragen dann (bzw. vorzeitigem Rücktritt) nur € 350,-.
  • Der Teilnehmer beginnt bereits während der Weiterbildung live zu arbeiten.
  • Die Vermittlung der Lehrinhalte in den Seminaren erfolgt praxisnah und erfahrungsorientiert:  Die Seminare beinhalten einen hohen Selbsterfahrungsanteil. Neben einer rein verbalen Orientierung arbeiten wir viel szenisch, psycho-dramatisch und gestaltend.
  • Wir verbinden die systemischen Ansätze mit der eigenen Lebens- und Lerngeschichte der Ausbildungsteilnehmer. 
  • Die Weiterbildungsgebühren können in Monatsraten bezahlt werden.

Zertifizierung

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung kann eine Zertifizierung zum "Systemischen Berater (DGSF)" beim Dachverband DGSF beantragt werden.

 

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