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KÖRPERTHERAPIE IN DER SYSTEMIK
(nächstes Seminar im Mai 2019)

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Berlin

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  • Die Systemische Therapie wird Kassenleistung 

    Ihr Lieben, 

    anerkannt! Nun also vollständig anerkannt! Am 22. November, vergangenen Donnerstag, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Systemische Therapie sozialrechtlich anerkannt. Das bedeutet, die Systemische Therapie wird in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen (Zulassungsvoraussetzungen). Da nicht nur die DGSF mit rund 7000 Mitgliedern inzwischen zum größten Fachverband für Therapie und Beratung in Deutschland und Europa geworden ist, sondern auch dieser Newsletter rund 2500 systemische Absolventen unserer Weiterbildungen erreicht, bin ich mir bewusst, dass das, was ich hier schreibe, mit sensibler Hand geschrieben werden sollte. Das will ich versuchen. 

    So sehr wie sich die einen freuen, so sehr sind die anderen beunruhigt. Ich gehe jedoch davon aus, dass dies auf einen Mangel an Informationen zurückzuführen ist. Von daher Folgendes. Wir haben in Berlin derzeit rund 200 KV-Nummern, d.h. niedergelassene Psychologische PsychotherapeutInnen mit einem psychotherapeutischen Versorgungsauftrag für rund 4 Millionen Menschen. Nur weil nun auch die ST (Systemische Therapie) kassenfinanziert wird, wird es deswegen nicht mehr KV-Nummern (Kassensitze) geben. Genau genommen ist es der KV relativ egal, ob sich die KV-Nummern auf 100 VT-ler, 50 TP-ler und 50 Analytiker verteilen. Oder ob der Schlüssel 80 (VT), 40 TP, 40 (PA), 40 (ST) lautet. 

    Das bedeutet, an der Versorgungslage und damit an der Existenzgrundlage all jener, die Systemische Therapie als Hilfeleistung im Rahmen von Trägern, Beratungsstellen und privaten Praxen anbieten, ändert sich rein gar nichts. Im Gegenteil, die KV denkt darüber nach, die Anzahl der Nummern (Kassensitze) zu reduzieren. Diesen 200 Psychologischen PsychotherapeutInnen für Berlin, davon zukünftig also auch 20-40 Systemiker, stehen rund 760 Träger (Beratungsstellen) mit durchschnittlich rund 50 Angestellten gegenüber. Rund 38.000 Kolleginnen, davon eine sehr, sehr große Zahl DGSF anerkannter Systemiker. Wer versorgt demnach die Berliner Bevölkerung psychosozial? 

    Es hat schon vor der sozialrechtlichen Anerkennung der ST kassenfinanzierte Therapie gegeben. Wäre man also wegen der zukünftig 20-40 systemischen Kollegen mit KV Zulassung in Berlin beunruhigt, hätte man dies immer schon sein müssen. Denn viele Kolleginnen der VT hatten lange vor der Anerkennung der ST eine systemische Zusatzausbildung. Können diese wenigen Kollegen eine Stadt mit 4 Millionen Menschen versorgen? Ich denke nicht. Und der Versorgungsschlüssel ist deutschlandweit derselbe, die Situation in Berlin nur als Beispiel. Ich hoffe, mit diesen Informationen viel Unruhe auflösen zu können. 

    Das Gegenteil ist nämlich der Fall. Seit dem 22.11. üben alle systemisch ausgebildeten und DGSF zertifizierten Kolleginnen ein vollständig anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren aus. Wissenschaftlich und sozialrechtlich anerkannt. Das ermöglicht der Systemik eine Gleichstellung in Forschung, Lehre und Praxis, wie wir sie uns schon sehr lange wünschen. 
    Die Anzahl an systemischen Professuren wird steigen. Die Anzahl an systemisch innervierten Lehrstühlen insgesamt wird steigen. Die Forschungsmöglichkeiten in klinischen Kontexten wird sich deutlich verbessern. Kurz und gut, unsere Entwicklungsmöglichkeiten und damit unsere gesamte Situation wird sich deutlich verbessern, da die Systemik nun als offiziell anerkannt gilt. Und ich glaube, darüber dürfen wir uns alle gleichermaßen freuen. 

    Natürlich freut es mich im Zuge dessen ganz besonders, dass in den Jahren 2010 bis 2018 ausgerechnet an der GST rund 150 mutige Menschen zusammen gekommen sind – im Bereich der Psychologischen Psychotherapie deutschlandweit als einzigem Ort bzw. Institut – die sich gegen alle Widerstände und ohne sozialrechtliche Anerkennung in die systemische Approbation gestürzt haben. Eurem Mut gebührt an dieser Stelle mein besonderer Dank! 

    Nicht zuletzt, wer oder was genau wurde eigentlich anerkannt? Genau genommen unser Menschenbild oder auch unsere Haltung, mit der wir Menschen begegnen. Ein wunderschönes, wertschätzendes, ressourcenorientiertes und liebevolles Menschenbild. Ein Menschenbild, das der Seele unterstellt sehr klug zu sein. Das Schöne daran ist, durch die intensive Selbsterfahrung, die wir alle genossen haben, ist das endlich einmal etwas, was wir alle „wissen“. Wo wir doch ansonsten meist nicht viel wissen. Wir wissen einfach, dass die Seele nicht aus Spaß tiefe Angstzustände, Depressionen, Aggressionen, etc. entwickelt. Wir wissen, dass die Seele das nicht macht, um jemanden zu ärgern. 

    Wir wissen, dass hinter jeder Symptomatik ein tiefer zwischenmenschlich begründbarer Sinn liegt, auch wenn wir diesen selten auf Anhieb kennen. In der Sprache der Systemiker sind Symptome daher immer Lösungsversuche, wenn auch mit einem sehr hohen Preis. Lösungsversuche, die Entwicklung wollen, Wachstum wollen, oder um es mit mehr Pathos zu sagen, Freiheit wollen. Das zu „wissen“, macht es uns möglich, Menschen in jeder Sekunde ihres Seins mit der Wertschätzung zu begegnen, die ihre Seele verdient. Ganz im Sinne von: 

    „Sie können mich von allem überzeugen, auch dass Sie ein Arschloch sind (wenn Ihnen das denn so wichtig ist). Aber Sie werden mir meinen Glauben daran, dass jeder Mensch, auch Sie, in jedem Augenblick seines Lebens intuitiv ganz genau weiß, was ihm gut tut bzw. gut getan hätte, nicht nehmen können“. Manchmal verliert man die Brücke zu diesem intuitiven Wissen, aber die lässt sich jederzeit wiederherstellen. 

    Genau genommen wurde unsere Haltung anerkannt. Und das ist wundervoll! Nicht für die 20-40 KV-Nummern, die es in Berlin zukünftig für Systemiker geben wird. Sondern für unser aller gesellschaftliches Miteinander. Denn politisch anerkannt werden kann ja immer nur, was bereits anerkannt ist. Will heißen, was war denn zuerst da? Die Bereitschaft einer Gesellschaft psychischen Phänomenen mit der Wertschätzung zu begegnen, die die Seele verdient oder ein Verfahren, welches diese Wertschätzung so umgesetzt hat. Ich würde sagen keiner oder beide! 

    Freuen wir uns also, dass wir gesellschaftlich anerkannt sind. Auch ohne derselben hätte man uns nicht davon überzeugen können, dass die Seele mit den Jahren immer dümmer geworden ist. Aber so ist es doch noch schöner. Jetzt also ganz offiziell und sogar vom Staat zum Gesetz gemacht (wozu der Staat doch alles gut sein kann): die Seele ist nicht doof! Halleluja! 

    Seid herzlich umarmt! 

    Euer Andras

 

  • Nach der wissenschaftlichen Anerkennung der Systemischen Therapie im Dezember 2008 konnten am 20. April 2018 die beiden ersten Kandidatinnen in Deutschland ihre Prüfung als Psychologische Psychotherapeutinnen an der GST in Berlin ablegen. Der GST in Berlin unter Leitung von Dipl. Psych. Andras Wienands ist es als eine der ersten staatlich anerkannten Ausbildungsstätten in Deutschland gelungen, die Vertiefung in Systemischer Therapie mit dem Ziel einer Approbation zum/zur Psychlogischen Psychotherapeuten/-tin durchzuführen. Mit dem Abschluss von Astrid von Chamier und Katja Wrobel haben es die beiden ersten Absolventinnen geschafft, diesen Weg mit großem Erfolg (beide mit der Note 1,0) zu gehen. Seit Begründung der Systemischen Therapie in den 40-er und 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, sind die beiden Absolventinnen die ersten staatlich anerkannten Psychologischen Psychotherapeutinnen in Deutschland, die ihre psychotherapeutische Fachkunde in Systemischer Therapie erworben haben. Momentan befinden sich an der GST in Berlin rund 120 Teilnehmer/-rinnen in der Approbation zum/zur Psychologischen Psychotherapeuten/-tin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/-tin. Die GST Berlin führt im siebten Jahr (seit 2011) systemische Approbationsausbildungen (PP und KJP) durch und kooperiert zu diesem Zweck deutschlandweit mit rund 120 Kliniken und Einrichtungen der psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgung. Besonderer Dank gilt dem Team der GST, den Teilnehmerinnen, den kooperierenden Einrichtungen, dem Landesprüfungsamt Berlin und der DGSF, der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie. Ohne das umfassende, weitreichende und erfolgreiche Wirken der DGSF wäre dieses Ziel nie erreicht worden. Die DGSF stellt heute den größten wissenschaftlichen Fachverband im Bereich Therapie und Beratung in Deutschland und Europa dar und sorgt neben der Weiterentwicklung von Forschung, Praxis und Lehre für ein lebendiges und facettenreiches Miteinander der rund 7000 systemisch ausgebildeten Fachkräfte. Wir freuen uns, auch in Zukunft, gemeinsam mit unseren Teilnehmern/-rinnen, kooperierenden Kliniken und der DGSF, den Weg der systemischen Approbation gehen zu dürfen. Mit herzlichen Grüßen, Ihr Andras Wienands Institutsleitung GST - Berlin

 

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