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Literatur-Rezensionen Systemisches
Coaching / Supervision
Rezension von
Antons, K.
(1998).
Praxis der Gruppendynamik.
Übungen und Techniken.
(noch nicht verfügbar)
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Rezension von
Backhausen, Wilhelm & Thommen, Jean-Paul (2003). Coaching.
Durch systemisches Denken zu innovativer Personalentwicklung
Ziel des Werkes
ist es, ein strategisch orientiertes Modell von Beratung und
Coaching zu vermitteln, welches eine Reflexion übergeordneter
Zusammenhänge erlaubt. Dazu dient auch die in dem Buch
vertretene systemisch-konstruktivistische Perspektive, die
ausführlich und sehr gut verständlich dargestellt wird, ohne zu
trivialisieren. Alleine dieser Teil I des Buches, der in das
systemisch-konstruktivistische Denkmodell einführt und den
Rahmen des Coachings klärt, lohnt die Anschaffung.
Der zweites Teil des Werkes stellt einen praktischen Leitfaden
für die Durchführung von Coaching-Gesprächen vor, der auf den
zuvor erläuterten theoretischen Grundlagen basiert. Dabei wird
auch der gesamte Coaching-Prozess, sowie typische Methoden des
Coachings (u.a. Systemische Fragetechniken) vorgestellt. Auch
hier überzeugen Struktur, inhaltliche Fülle und Qualität,
Verständlichkeit und eine optisch ansprechende Gestaltung.
Im dritten Teil wird erläutert, wie Coaching-Programme in
Unternehmen implementiert werden können. Ausführlich
dargestellte Fallstudien aus den Unternehmen Julius Bär, der
Schweizerischen Post, der Swiss Re, Vorwerk und Volkswagen mit
der Schilderung praktischer Erfahrungen bei der Umsetzung von
Coachings runden das Werk in jeder Hinsicht positiv ab.
Fazit: Es gibt wenige Coaching-Bücher, die als
"Pflichtlektüre" bezeichnet werden können, das vorliegende Werk
darf für alle systemisch orientierten Berater dazu gezählt
werden. Aufgrund der guten Lesbarkeit und der ausführlichen und
verständlich dargestellten Inhalte eignet sich das Buch für
Neueinsteiger und erfahrene Berater.
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Rezension von
Schreyögg, Astrid (1995).
Coaching. Eine Einführung für Praxis und Ausbildung.
Astrid Schreyögg
stellt in ihrem Buch vor dem Hintergrund ihrer langjährigen
praktischen Erfahrungen als freie Psychotherapeutin,
Supervisorin und Organisationsberaterin ihren Coaching-Ansatz
vor. Den Hintergrund bildet ein auf anthropologischen und
erkenntnistheoretischen Positionen gegründetes Coaching-Konzept,
welches von ihr detailliert beschrieben wird. Das Buch soll als
Anleitung zum "Coaching für den Coach" dienen. Diesem Ziel
entsprechend beschränkt Schreyögg sich daher nicht auf die
Darstellung einer Coaching-Variante. Umfassend behandelt sie die
Rolle des organisationsexternen und -internen Coachs und
erläutert verschiedene Arbeitsformen des Coachings in Form von
Einzel-, Gruppen- und Team-Coaching. Ähnlich umfangreich und
ausführlich geht Schreyögg auf diese verschiedene
Coaching-Varianten und deren unterschiedliche inhaltliche
Bedeutungen ein. Generell hält sie das Coaching nur dann für
eine wirklich neue Methode, wenn es im Sinne einer
Managementberatung verstanden wird.
Auffallend ist insbesondere die von ihr vertretene Position,
dass ein coachender Vorgesetzter kein Coach im eigentlichen
Sinne sein kann. Die Vorgesetzten-Untergebenen-Beziehung macht
dies nach Schreyögg schon durch ihren "Zwangscharakter"
unmöglich, welcher der Freiwilligkeit des Coachings prinzipiell
widerspricht. Hinzu kommt, dass persönliche Probleme kaum
thematisiert werden können und selbst fachliche Krisen kaum
offen besprochen werden können, da dem Vorgesetzten immer auch
eine Kontrolle und Beurteilung seiner Mitarbeiter obliegt.
Als bessere Alternative für ein explizit organisationsinternes
Coaching empfiehlt Schreyögg daher ein Coaching durch Stäbe.
Hier agiert der Coach im Rahmen eines internen Angebots der
Personalentwicklungsabteilung ähnlich wie ein externer Berater,
zeichnet sich aber zudem durch seine genauen Kenntnisse der
Organisation aus. Ein organisationsexterner Coach wiederum hat
seine Stärken vornehmlich als Spezialist bei Krisen und bei der
Begleitung neuer Personalentwicklungsprogramme, da er als
Außenstehender eher in der Lage ist, Innovationen einzubringen
bzw. bei deren Implementierung unterstützend zu wirken.
Desweiteren hält Schreyögg auch Mischformen aus externem und
internem Coaching für sinnvoll, da so die Vorteile beider
Varianten verbunden werden können.
Schreyöggs Buch zeichnet sich insbesondere durch seine
Ausführlichkeit aus. Es werden detailliert verschiedene
Coaching-Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen sowie die
Angemessenheit eines externen oder internen Coachs diskutiert.
Es finden sich differenzierte Sichtweisen und ausgearbeitete
Konzepte innerhalb ihres Coaching-Ansatzes. Auffallend ist die
genaue und vor allem strukturierte Darstellung unterschiedlicher
Bereiche des Coachings. Allle wesentlichen Aspekte werden
umfassend und differenziert dargestellt. Dabei geht Schreyögg
ebenfalls umfassend auf im Coaching z.T. vollkommen neue
Methoden und Techniken ein und erläutert für die sinnvolle
Anwendung notwendige Voraussetzungen. Das Werk kann daher allen
ernsthaft am Thema Interessierten uneingeschränkt empfohlen
werden.
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Rezension von
Schreyögg, Astrid (2002).
Konfliktcoaching. Anleitung für den Coach.
Astrid Schreyögg
stellt in ihrem neuesten Werk verschiedene Konfliktkonstellation
genau aufgeschlüsselt dar und beschreibt, wie ein Coach in
entsprechenden Situationen agieren kann. Eine vorschnelle Lösung ist
meistens monokausal, d.h. man "schiebt" den Konflikt meist einem
Umstand oder einer Person(engruppe) zu. Dies greift nahezu immer zu
kurz, da Konflikte immer multikausal sind. Genauere Konfliktanalysen
zeigen, dass mehrere Faktoren und Ebenen an einem Konflikt beteiligt
sind und daher auch bei einer Konfliktlösung berücksichtigt werden
sollten. Als "grundlegendes gedankliches Raster" empfiehlt Schreyögg
(S. 45) daher, die folgenden vier Ebenen bei der Analyse von
Konfliktursachen zu berücksichtigen:
- die
gesellschaftliche Ebene
- die Organisationsebene
- die Interaktionsebene (Beziehungen und Kommunikation)
- die personale Ebene
Vom Coach verlangt eine derartige Analyse ein interdisziplinäres
Konfliktverständnis. Erfahrungsgemäß zeigt sich, dass Konflikte
mindestens auf zwei Ebenen angesiedelt sind.
Die Komplexität von Konfliktursachen deutet schon darauf hin, dass
hier die Hilfestellung eines Beraters nützlich sein kann. Doch
sollte eine Führungskraft stets berücksichtigen, dass ein "Abwälzen"
eines Konfliktes auf den Berater zur Folge haben kann, dass die
Mitarbeiter ihrer Führungskraft Schwäche zuschreiben. Die bessere
Alternative besteht daher darin, die Führungskraft so zu beraten,
dass sie ihre Konflikte nach außen selbständig bearbeiten kann.
Genau hier setzt Coaching als niedrigschwellig verfügbare und
diskrete Beratungsform an:
- zur Konfliktvorbeugung
- zur Konfliktbewältigung
- zur Konfliktstimulation
Besonders der letzte Punkt sei hervorgehoben, weil er betont, dass
Konflikte per se nicht negativ einzuschätzen sind, sondern immer
auch Ausdruck dafür sind, dass ein Veränderungsdruck existiert, der
auch positiv genutzt werden kann. Daher kann Konfliktstimulation
nach Schreyögg als Methode z.B. dann eingesetzt werden, wenn ein
"erstarrtes" Unternehmen flexibilisiert werden soll und Innovationen
einzuführen sind. Konkrete Maßnahmen, die Führungskräfte zur
Konfliktstimulation mit ihrem Coach erarbeiten können sind (S.
127ff.):
- Bereits bei der Personalauswahl und Personalplanung Vielfalt und
Unterschiedlichkeit begünstigen
- Gruppen- bzw. Abteilungsrivalität fördern
- Konflikte auf die Sachebene und niedere Konfliktstufen begrenzen
- Konfliktträchtige Sitzungsthemen zur Entwicklung einer
Streitkultur nutzen
- Kultivierte Streitkultur nicht nur fordern, sondern vorleben
Natürlich sind neben diesen Anregungen noch eine Vielzahl von
weiteren Möglichkeiten denkbar. Grundsätzlich können Aspekte wie
Rivalität, Wettbewerb und emotionale Kontroversen sich von innen
gegen eine Organisation richten, aber auch durchaus das Erreichen
der Organisationsziele begünstigen. Entscheidend dabei ist die
Gestaltung der Rahmenbedingungen, in denen Konflikte sich abspielen
können. Hier sind Führungskräfte besonders gefordert, was die
Unterstützung durch einen Coach sinnvoll machen kann.
Fazit: Das neue Werk von Schreyögg kann jedem Coach als
"Pflichtlektüre" nahegelegt werden, da es die seltene Kombination
aus theoretischer Fundierung, praktischer Relevanz und
anwendungsbezogener Hilfestellung (für Coachs als auch Klienten) in
sich vereint.
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Rezension von
König, Eckard & Volmer, Gerda (2002).
Systemisches Coaching. Handbuch für
Führungskräfte, Berater und Trainer.
Das Buch von Prof.
Dr. König und Dr. Volmer kann als durchweg praxisorientiertes Fazit
ihrer Arbeit als Coachs und Coach-Ausbilder aufgefasst werden. Die
Aus-führungen basieren auf einer systemtheoretischen Perspektive,
die - was positiv eingeschätzt werden kann - leicht verständlich
vermittelt wird. Gerade systemische Ansätze können eine Komplexität
erreichen (von Fachbegriffen ganz abgesehen), unter der zuweilen die
Verständlichkeit leidet. Das vorliegende Werk ist eine wohl-tuende
Ausnahme. Als "Wegbegleiter" durch das ganze Buch dient das
Fallbeispiel vom Projektleiter Herr Berg, der gecoacht wird; jedes
Kapitel schließt mit eigenen Literaturempfehlungen ab, die eine
gezielte Vertiefung zu bestimmten Themen ermöglichen.
Grundsätzlich verstehen die Autoren unter Coaching nicht nur
ausschließlich eine Beratung auf der Prozessebene, sondern auch eine
Form von Expertenberatung, da es Aufgabe des Coachs sein kann, als
Experte gezielte Anregungen zu geben (man beachte den Unterschied
zum Ansatz von Radatz bzw. de Shazer). Dem einführen-den Kapitel
über Grundlagen folgt die Darstellung des Coaching-Prozesses, in dem
auch das Coaching-Gespräch ausführlich dargestellt wird. Es schließt
sich ein Kapitel über Diagnoseverfahren im Coaching an. Hier werden
ganz pragmatisch verschiedenen Methoden und Fragestellungen
thematisiert, die sich in der Arbeit der Autoren bewährt haben.
Das Kapitel über Coaching in komplexen Situationen beschreibt konkret die
Vorgehensweise, wenn am Coaching mehrere Personen beteiligt sind
oder es um die Bearbeitung von Konflikten geht. Coaching als
Expertenberatung beschäftigt sich mit besonderen Themen, wenn das
Coaching zur Beratung von Projekten, Strategien, Prozessen usw.
eingesetzt werden soll. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit
einem Thema, das gerne vernachlässigt wird: Die Evaluation des
Coachings.
Kurz aber fundiert und praxisnah schildern die Autoren die
Möglichkeiten, Coaching-Prozesse mit Hilfe eines fünfstufigen
Modells zu evaluieren und dies von Beginn an in das Coaching zu
integrieren. Ein weiterer Aspekt des Buches, der es von anderen
Werken unterscheidet, sei abschließend hervorgehoben: Zu jedem Thema
im gesamten Buch werden zahlreiche Fragen und Hinweise aufgelistet,
die sich an den Coach richten, die aber auch teilweise an den
Klienten zu richten sind.
Fazit: Das gut verständliche Buch bietet eine Fülle von
pragmatischen Fragestellungen und Methoden, die Beratung
professionalisieren. Dabei können Personen auch von dem Werk
profitieren, wenn sie keinen explizit systemischen Ansatz verfolgen
oder sich erstmalig mit dem Coaching vertraut machen wollen. Das
Buch ist somit eine Empfehlung für alle, die sich dem systemischen
Gedanken annähern wollen und eine Ausweitung ihrer methodischen
Kompetenz anstreben.
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Rezension von
Holtbernd, Thomas & Kochanek, Bernd (1999).
Coaching. Die zehn Schritte der erfolgreichen
Managementbegleitung.
Ziel des Buches war es nach Aussage der
Autoren, leicht verständlich und dennoch profund das Thema
"Coaching" zu erklären. Die Umsetzung dieses Anspruches ist
ungewöhnlich, aber durchaus gelungen. Das Buch beschreibt den
Coaching-Prozess anhand von zehn Sitzungen eines exemplarischen
Falles. Jeder Sitzung ist ein Kapitel gewidmet, in dem zunächst der
Dialog zwischen Coach und Klient (leider als "Coachee" bezeichnet)
dargestellt wird. In dem jeweils anschließenden Theorieteil wird
dann thesenartig zusammengefasst, was in der Sitzung geschehen ist
und das zum Verständnis notwendige Fachwissen wird langsam
aufgebaut. Ein kurzes Fazit und vertiefende Literaturhinweise runden
jedes Kapitel ab. Im Wechsel zwischen Dialog und Theorie bzw.
Hintergrundwissen erhält der Leser so praxisnahe Informationen über
Konzept, Ablauf, Ziel und Grundlagen des Coachings.
Ebenfalls gelungen sind die exemplarischen Dialoge zwischen Coach und
Klient, die aus dem Leben gegriffen sind und nichts beschönigen.
Kritische Momente werden realistisch geschildert und im Theorieteil
mit fundiertem Wissen aufgearbeitet, auch an nützlichen Anregungen,
wie mit entsprechenden Problemen umgegangen werden kann, mangelt es
nicht. Erfreulicherweise sind die Dialoge nicht nur aussagekräftig,
sondern auch kurz gehalten und lassen sich – sofern nur ein leicht
verständlicher Einstieg in die Thematik gewünscht ist – auch ohne
Theorieteil lesen.
Fazit: Das Buch bietet Theoretikern wie Praktikern zahlreiche
und gut verständliche Informationen und ist dabei sowohl für Coachs
als auch (potenzielle) Klienten geeignet.
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Rezension von
Whitmore, John (1997).
Coaching für die Praxis.
Das Werk wurde 1992 unter dem
Original-Titel "Coaching for Performance" von dem ehemaligen
Profi-Rennfahrer und heutigen Experten für die Einführung neuer
Trainingsmethoden im Sport- und Unternehmensbereich Sir John
Whitmore veröffentlicht.
Whitmores Ausführungen basieren stets auf den von ihm in den
Mittelpunkt seiner Überlegungen gestellten Begriffen von Bewusstsein
und Verantwortung. D.h., es ist Whitmores Überzeugung, dass das
Coaching immer als Mittel zur Förderung von Bewusstsein und
Verantwortung des Gecoachten dienen muss, zugleich aber auch auf
diesen beiden Fähigkeiten aufbaut. Die Rolle des Coachs wird dabei
nicht mit der eines herkömmlichen Beraters oder Trainers
gleichgestellt; vornehmlich fungiert der Coach vielmehr im Dialog
mit dem Klienten als bewusstseinsfördernder Feedback-Geber.
Auffallend ist, dass Whitmore immer von einem überall anwendbaren,
gleichen Coaching-Schema ausgeht, obwohl er durchaus zwischen
verschiedenen Varianten, wie z.B. Coaching durch einen externen
Berater, Coaching durch einen direkten Vorgesetzen oder
Gruppen-Coaching usw. differenziert. So beschränkt er aus Gründen
der Übersichtlichkeit seine Ausführungen hauptsächlich auf ein
Coaching zwischen zwei Personen, da die dargestellte Vorgehensweise
ja für alle Varianten des Coachings gleichermaßen gültig sein soll.
Auch mögliche Beziehungsgefälle zwischen Coach und Klienten spielen für
Whitmore keine Rolle; einschränkend weist er jedoch darauf hin, dass
ein Mitarbeiter seinen Vorgesetzten bestenfalls "verdeckt" coachen
kann.
Ausführlich wird hingegen auf die Gestaltung der konkreten
Coaching-Sitzung eingegangen. Whitmore hat hierfür sogar ein eigenes
Modell entwickelt, das sehr konkrete Vorgaben für den
Coaching-Prozess macht.
Angaben wie Gesamtdauer, Zeitpunkt und Kosten werden dabei jedoch
nicht gemacht. Auch in anderen Bereichen bleiben Fragen offen: Seine
Bemerkung, dass die Coaching-Maßnahmen eines Managers bzgl. seiner
Mitarbeiter nicht unbedingt als solche erkennbar sein sollten,
verwundern um so mehr vor dem Hintergrund, dass Whitmore stets die
Förderung von Bewusstsein und Verantwortung betont. In solcher Form
kann das Coaching als – sicherlich nicht verantwortungsfördernde –
Manipulation eingesetzt werden, von den Problemen bzgl. der
Freiwilligkeit des Coachings ganz abgesehen. Eine Klärung dieses
Widerspruches bleibt leider aus.
Fazit: Insgesamt gesehen hat Whitmores Ansatz seine Stärke
hauptsächlich in der inhaltlichen Gestaltung und der Zielsetzung
konkreter Coaching-Sitzungen. Dies ist insbesondere deswegen
hervorzuheben, weil sich in den meisten anderen Veröffentlichungen
zu diesem Thema selten derart konkrete Angaben finden. Viele andere
Bereiche des Coachings werden von Whitmore hingegen nur – wenn
überhaupt – kurz und teilweise undifferenziert behandelt. Zudem
finden sich einige Widersprüche im Konzept, was eine Umsetzung des
Ansatzes in Frage stellt. Wer jedoch vornehmlich Informationen zur
Gestaltung einzelner Coaching-Sitzungen sucht, findet durchaus
einige brauchbare Anregungen.
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Rezension von
Radatz, Sonja (2001).
Beratung ohne Ratschlag. Systemisches
Coaching für Führungskräfte und BeraterInnen.
Auf der Basis eines
systemisch-konstruktivistischen Ansatzes erklärt die Autorin ihr
Beratungsmodell ausführlich und leicht verständlich lesbar. Allen
Beratern, die es schon immer geahnt haben, wird auf S. 41 bestätigt,
dass Menschen nicht gezielt in eine bestimmte Richtung geändert
werden können. Man kann zwar nicht nicht-intervenieren, aber die
Folgen einer Intervention sind nie genau vorhersagbar. Ist Beratung
daher überflüssig? Auf der Basis des von Radatz vorgestellten
Ansatzes nicht, denn die bessere Alternative lautet "Lernen
ermöglichen", statt "Lehren" oder "Ratschläge geben". Der Coach
hilft seinem Klienten, seine Wahrnehmung zu verändern, der Klient
lernt, Dinge neu zu beschreiben, zu erklären und zu bewerten.
Schwerpunkt im Modell von Radatz ist daher nicht das Lösen der Probleme
des Klienten (strenggenommen kann dieser nicht einmal verstanden
werden), sondern eine Prozessberatung des Klienten mit dem Ziel,
dass dieser für sich selbst eine Lösung findet und umsetzt. Getreu
nach Steve de Shazer wird dem Berater daher nahegelegt "Wer eine
Hypothese hat, sollte 2 Aspirin nehmen, sich in eine Ecke setzen und
warten, bis der Anfall vorüber ist" (S. 55).
Neben der sehr gut verständlichen Einführung in die für das Coaching
relevanten systemisch-konstruktivischen Grundlagen - sie alleine
würde das Buch für entsprechend Interessierte lesenswert machen -
hat das Buch aber noch mehr zu bieten: Es hilft praxisnah bei der
Gestaltung des gesamten Coaching-Prozesses wie auch bei systemischen
Coaching-Gesprächen, die zusätzlich anhand bespielhafter Dialoge
erklärt werden. Die zahlreich dargestellten Fragemethoden und eine
Fülle von praxisnahen Coaching-Konzepten geben all denen konkrete
Unterstützung, die ihr methodisches Werkzeug als Berater erweitern
möchten. Dabei werden nicht nur die Methoden, sondern auch ihre
Rahmenbedingungen erklärt. Den Abschluss des Werkes bildet ein
kurzes aber klar strukturiertes Kapitel über "Eigencoaching" (Selbst-Coaching),
das zur Selbsthilfe anregen soll.
Fazit: Wer sich mit der systemisch-konstruktivistischen
Beratungsidee praktisch beschäftigen will, findet in dem Buch eine
außerordentliche Fülle an verständlichen Konzepten und fundierten
Methoden. Das Werk ist gut lesbar, ohne dabei trivial zu werden und
somit eine klare Kaufempfehlung für alle, die systemische Ideen und
Methoden in ihre Beratungsarbeit integrieren wollen.
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Rezension von
Wrede,
Britt A. (2000).
So finden Sie den richtigen Coach. Mit professioneller Unterstützung zu beruflichem und privatem
Erfolg.
Der Titel des Buches
ist reines Understatement. Die Management- und Personal-trainerin
Britt A. Wrede stellt in ihrem 235 Seiten umfassenden Werk nur in
einem von insgesamt 13 Kapiteln explizit vor, wie ein Coach gefunden
werden kann. Ausführlich wird auf über 200 weiteren Seiten
praxisorientiert dargelegt, was Coaching ist, wie es wirkt, wie die
ersten Arbeitsschritte aussehen, welche Ziele verfolgt werden
können, welche Arbeitformen sinnvoll sind und mit welchen Kosten zu
rechnen ist. Ergänzt wird jedes Kapitel durch eine Checkliste mit
Fragen, die an den Leser gestellt werden. Den Schluss bilden jeweils
Fragen aus der Praxis, in denen die Autorin gängige Probleme und
Fragestellungen des zuvor dargestellten Themenbereiches beantwortet.
Neben der gelungenen Schilderung des Coaching-Prozesses und seiner
Rahmen-bedingen sind sind besonders die letzten beiden Kapitel des
Buches hervorzuheben. Hier werden entgegen dem allgemeinen
Branchentrend zur Schönfärberei die Gefahren im Zusammenhang mit
Coaching klar genannt, welche sich in drei Formen gliedern lassen:
Risiken, die aus einer Instabilität des Klienten entstehen,
Gefahren, die vom Coach ausgehen und Probleme durch das das
Einwirken von Dritten.
Fazit: Das Buch ist eine der wenigen positiven Überraschungen
in der deutschsprachigen Coaching-Literatur. Es enthält wesentlich
mehr Informationen als der Titel ahnen lässt und kann jedem
potenziellen Klienten – und auch denen, die keinen Coach suchen,
sondern sich umfassend zum Thema informieren wollen – empfohlen
werden.
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Rezension von
Jäger, Roland (2001).
Praxisbuch Coaching. Erfolg durch
Business Coaching.
Das Praxisbuch Coaching beschäftigt sich
primär mit dem Coaching als prozess-orientiertes Beratungsinstrument
der Personalentwicklung. Und das Werk von Jäger ist ein leicht
verständlicher und übersichtlich strukturierter Einstieg in diese
Coaching-Thematik und bietet eine Fülle an Informationen und
Methoden.
Nach Klärung der Definition des Coachings samt seiner Rahmenbedingungen
und der folgenden Darstellung der Rolle und Aufgaben des Coachs
schildert der Autor auf 90 Seiten den Ablauf des Coaching-Prozesses.
Dies geschieht im Buch didaktisch gut gegliedert in der gleichen
chronologischen Reihenfolge, in der das Coaching abläuft.
Die vorgestellten Methoden basieren auf unterschiedlichen Ansätzen (u.a.
NLP, systemische und lösungsorientierte Beratung) und werden
übersichtlich und zielorientiert erläutert. Dabei gleitet das Werk
erfreulicherweise nicht in eine unreflektierte "Methodengläubigkeit"
ab, sondern bewahrt den Aspekt der (positiven) Haltung gegenüber dem
Klienten.
Visuell unterstützt wird das Buch durch Mindmaps und anschauliche
Abbildungen. Durch das gesamte Werk begleiten den Leser kurze
Fallbeispiele, Zitate, Sprichworte und Aphorismen. Fragebeispiele am
Ende jeden Themas fassen die zuvor vermittelten Informationen
praxisorientiert zusammen.
Fazit: Das Praxisbuch Coaching ist ein Buch für diejenigen,
die in das Thema einsteigen wollen und auf der Suche nach
verständlichen, handlungswirksamen Konzepten und entsprechenden
Methoden sind. Sie werden von dem Werk nicht enttäuscht sein, dem
der Anspruch eines praxisnahen Ratgebers bestätigt werden kann.
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Rezension von
Looss, Wolfgang (2002).
Unter vier Augen. Coaching für Manager.
Die mittlerweile
als Paperback erschienene Auflage des 1991 erstmalig noch unter
dem Titel "Coaching für Manager – Problembewältigung unter vier
Augen" erschienenen Buches beschreibt ausführlich Konzept und
Rahmenbedingungen für die Coaching-Maßnahmen des Autors. Der
seit der vierten Auflage (1997) geänderte Titel ist kein Zufall:
Da Looss eine Inflation des Coaching-Begriffes diagnostiziert,
will er diesen Modebegriff nicht weiter verwenden und bevorzugt
statt dessen die Formulierung "Einzelberatung für
Führungskräfte" oder einfach nur "Beratung". Mit dem Thema "Einzel-Coaching
von Führungskräften durch einen externen Berater" beschäftigt
sich auch der Hauptteil des Buches. Die Beschränkung auf das
Einzel-Coaching ist das Ergebnis der differenziert dargestellten
Auseinandersetzung mit den z.T. unlösbaren Schwächen und
Problemen anderer Konstellationen (Mentoring,
Vorgesetzten-Coaching, Coaching mit Gruppen u.ä.). Dennoch
werden nicht die Schwierigkeiten übergangen, die auch dem
Einzel-Coaching-Prozess innewohnen können. Auch die Praxisnähe
des Werkes geht nicht verloren: Realistische Problemstellungen,
in die der Autor aus seiner Tätigkeit als Coach Einblick
erhalten hat, finden sich in allen Kapiteln wieder.
Looss schildert sehr umfassend die Rahmenbedingungen für das
Einzel-Coaching (u.a. Anlässe, Arbeitsformen, Rolle des Berater,
Erfolgskriterien, Honorar), gibt Definitionen, nennt
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu ähnlichen Vorgehensweisen
und begründet eingehend seine Beschränkung auf das
Einzel-Coaching durch einen externen Berater. Er behandelt den
Coaching-Ablauf ausführlich, nennt zahlreiche Einzelheiten und
weist dabei auf die damit verbundenen Problematiken und
Lösungsansätze hin. Entsprechendes gilt für die Qualifikation
des Coachs und einige von ihm kurz beschriebene Vorgehensweisen
und Interventionstechniken. Insgesamt kann festgehalten werden,
dass das vorliegende Werk zu den umfassendsten und
differenziertesten Veröffentlichungen zum Thema "Coaching"
gehört. Es wird deutlich, wie individuell und komplex der
Coaching-Prozess ablaufen kann und auf welche Risiken und
Probleme dabei geachtet werden muss. Da der Autor hier bewusst
den Schwerpunkt gesetzt hat, finden sich – dies würde auch der
Definition des Coachings als individueller Prozess
entgegenlaufen – keine direkt übernehmbaren Interventionsmuster.
Da es Looss primär um eine umfassende Darstellung des Coachings
und weniger um die Vermittlung von "Patentrezepten" geht,
verzichtet er auf handlungsorientierte Vorgaben. Wer also
lediglich an Coaching-Techniken und Methoden interessiert ist,
sollte sich besser an andere Bücher halten. Allen anderen kann
dieses Werk uneingeschränkt empfohlen werden.
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